Wein, Obst & schöne Dörfer

Tag 2 in Tramin begann mit einem schönen Frühstück auf der Terasse. Die Wetterprognosen kündeten Regenschauer an, so dass wir uns dazu entschlossen, die Berge am heutigen Tag zu ignorieren. Wir wollten durch Unter & Oberland radeln und dabei den Blick gen Regenwolken richten, um entsprechend reagieren zu können.

Kurz vor halb Zehn rollten wir los. Zunächst hielten wir uns in Richtung Kalterer See. Nicht über die Hauptstraße, sondern wie üblich über Nebenstraßen. Der Weiler Klughammer und somit der See war schnell erreicht. Durch das wellige Profil waren wir bereit für neue Wege und den damit verbundenen ersten Anstieg des Tages. Fast 6 Km mitten durch die Obst & Weinreben hinauf auf das sogenannte Oberland. Es war einfach herrlich. Linker Hand immer den Mendel im Blick rollten wir alle entspannt hinauf. Erst kurz vor Eppan hatten wir den höchsten Punkt erreicht und rollten ein kurzes Stück entlang der Hauptstraße.

Kurze Zeit später verließen wir über den Radweg wieder die Straße und tauchten erneut in die Natur ab. Radwege in dieser Region sind ein echter Genuss. Die ehemalige Bahntrasse ist ein echtes Highlight. Gesäumt von Obst, Wein, Zypressen oder Palmen, verziert mit schönen Kurven, leichten Anstiegen und noch schöneren Abfahrten, einem in den Weinreben verstecktem Bicigrill, beleuchtete Tunnels und einem grandiosen Blick auf den Schlern erreichten wir schlußendlich kurz vor Bozen den Radweg entlang der Etsch gen Meran. Mit Blick auf die bedrohlich von dunklen Wolken verhangenen Ötztaler Alpen rollten wir über den Etschtalradweg in Richtung Lana/Meran. Zur rechten die Bahnlinie -wurde an diesem Tag bestreikt- zur linken die Etsch. Einfach herrlich und von vielen Radlern aller Spezies genutzt.

Kurz hinter Vilpian erwischte uns der erste Regenschauer. Das ursprüngliche Ziel Lana wurde aufgegeben und die in Sichtweite befindliche Brücke über die Etsch als Richtungsänderung anvisiert. Wir wechselten auf die andere Seite des Flußes und tauchten wieder über Wirtschaftswege in die Natur ab. Der Regen ließ irgendwann nach und wir waren sicher, alles richtig gemacht zu haben. Über Nals & Andrian rollten wir flach bis Unterrain, um dann doch noch ein paar Höhenmeter in Angriff zu nehmen. Es folgte der 1,6 Km lange und im Schnitt 7% steile Anstieg nach St. Pauls. Ein ordentliches Ding, auch für Monzi perfekt zum Üben. Oben gab es einen Brunnen, genau richtig um sich wieder zu versammeln.

Nach dem die Flschen gefüllt waren, rollten wir durch den sehr schönen Ort, den nächsten Anstieg entgegen. 2,5 Km mit 4% im Schnitt hinauf nach Eppan . Die Ausblicke nach links ins Tal wurden immer schöner, die Wolken dafür immer dichter. Dennoch hatten wir einen Heidenspaß. Hinter Gand folgten wir einer Höhenstraße über St. Anton bis Altenburg. Pit & ich beschlossen Bernie ein wenig zu foppen. Wir kündigten ihm noch seine von vor 3 Jahren nicht gefahrene 25% Steigung an 😉 Das hatte zur Folge, das er ab diesem Moment versuchte Akku Leistung zu sparen, um das Ding auch rauf zu kommen. Was wir ihm verschwiegen hatten, war die Tatsache, das wir dort runter fuhren. Was allerdings mindestens genau so anstrengend war. Schmale Straße, schlechter Asphalt, sehr enge Kurven sorgten für schmerzende Hände durchs Dauerbremsen. Aber alle kamen heil hinunter 🙂

Nach der Rüttelpiste rauschten wir auf glattem Asphalt bei 16% Gefälle in Richtung Tramin. Im Geschwindigkeitsrausch hatten wir das Wetter ein wenig aus dem Blick verloren und entschlossen uns dummerweise dazu, noch eine Schleife zu drehen. Wir rollten durch Tramin und weiter in Richtung Rungg. Am Hofschank Zur Pergola öffnete der Himmel seine Schleusen und wir machten kehrt. So wurden wir alle zwar nur kurz, aber dafür ordentlich geduscht. Der Stimmung tat das aber keinen Abbruch, alle waren von der Tour >Obst, Wein & schöne Dörfer< angetan, auch wenn es nur knapp 73 Km mit etwas unter 1000 Hm waren.