Gegen die Traurigkeit

Die letzte Woche war eher geprägt von sehr viel Traurigkeit. Kein Wunder nach den Geschehnissen. Auch die Ausfahrten liefen entsprechend ab. Von Freude über das Training war ich weit entfernt. Eine Runde musste ich sogar verkürzen, weil ich nix mehr sehen konnte. Die Tränen wollten einfach raus.

Für Muttertag hatte ich eine lange Runde im Kopf. Alles einfach mal hinter mir lassen und gegen den Schweinehund kämpfen 😉 Kurz vor 10 rollte ich mit Claudio los und war nach wenigen Metern im Wald verschwunden. Bei Komoot hatte ich mir eine schöne lange anspruchsvolle Tour zur Sengbachtalsperre und weiter nach Schloß Burg zusammengeklickert. Dreistellig, Vierstellig war mein Wunsch.

Zu Beginn rollte es flach dahin. Altbekannte Wege brachten mich schnell in die Ohligser Heide, wo ich einmal kreuz und quer um den großem Teich rollte. Hier merkte ich schon die einsetzende Wärme und freute mich über jeden schattigen Meter. Es rollte nach wie vor recht ordentlich und ab Wipperaue fing dann der Spaß an. Hier folgte der erste ernst zu nehmende Anstieg. Über Unterberg ging es hoch nach Bergerhof. Größtenteils Asphalt machten das Vorwärtskommen einigermaßen erträglich. Trotzdem spürte ich bereits hier, dass es ein harter Tag werden sollte. Entlang des Schmerbach mit schöner Bachquerung erreichte ich das bereits bekannte Weltersbachtal. Diesem folgte ich wieder bis Witzhelden, wo ich mir ein erstes Gel genehmigte.

Nun ging es weiter zur Sengbachtalsperre mit dem herrlichen Ausblick auf Staumauer und See. Hier war es deutlich grüner als bei meinem ersten Besuch, aber immer noch menschenleer. Herrlich. Ich cruiste um den See und über Höhrath gelangte ich nach Schloß Burg. Dieser Abschnitt zeigte mir deutlich meine Grenzen auf und war für mich teilweise nicht fahrbar. Überhaupt waren heute viele Rampen mit 17% und mehr, wo es abhängig vom Untergrund teilweise sehr sehr zäh bis schiebend voran ging. Die Abfahrt vom Schloß war ein Genuss. Leider viel zu schnell vorbei. Entlang der Wupper in Richtung Müngstener Brücke war ein zügiges Vorwärtskommen nicht möglich. Es war schlichtweg zu voll. Für mich persönlich aber nicht schlimm, war ich doch schon recht müde. Unter der Brücke direkt an den Stahlträgern vorbei
ist es immer wieder beeindruckend. Nach kurviger Abfahrt war Müngsten erreicht, die Wupper gequert und es ging wieder in den Wald. Es folgte ein langer Anstieg über eine alte Trasse rauf zum Theegartener Kopf. Bei herrlicher Aussicht gab es wieder mal ein Gel und nach kurzer Pause rollte ich weiter gen Solingen. Die Korkenzieher Trasse verließ ich nach wenigen Metren wieder und cruiste durch ein schönes Tal wieder zur Wupper.

Auf dem nächsten Abschnitt tauchte ich tief in den Wald, um kurze Zeit später in Unterkohlfurth wieder die Wupper zu erreichen. In Cronenberg ging es auf die Sambatrasse. Leicht bergab, mitten durch den Wald ein echter Genuss. Ein letztes Mal erreichte in die Wupper, querte diese und fuhr zur Nordbahntrasse. 1400 Hm hatte ich bereits in den Beinen, bei knapp 90 Km Distanz. Auf der Trasse fasste ich den Entschluss auf direkten Weg nach Hause zu rollen. Ich verzichtete auf die geplanten Schleifen und Grvl Passagen (Düssel & Co), würden es auch so über 110 Km werden. Die letzten Km versuchte ich entspannt abzuspulen und nach über 5:35 h rollte ich wieder in Vennhausen ein. Jasmin erwartete mich dank Livetracking bereits und brachte mir direkt das dringend benötigte Wasser. Eine schöne Runde mit anderem Ende als geplant >Sengbachtalsperre & Schloß Burg<