Hohe Temperatur & 4stellige Höhenmeter

Für den ersten Punkt kann ich nun mal gar nix, der zweite Punkt war mein selbstgestecktes Ziel für heute. Allerdings sollte mir der Erste ordentlich zusetzen…… und zwar mehr als mir lieb war…….

Nach dem gemütlichen Frühstück ging es um 9:15 Uhr los. Im Kopf hatte ich mir eine Runde zusammengebastelt, die mir die erhofften 1000 Hm bringen sollten. Ich hatte dabei auf eine Mischung von harmlosen Anstiege, bis hin zu dem ein oder anderen recht ruppigen Anstieg. Dummerweise lagen die harten Dinger alle in der zweiten Hälfte der Runde, wo ich deutlich schwächer wurde. Trotz Trinken und Gel baute ich ab. Vermutlich war es für die Temperatur immer noch zu wenig. Dazu meine nicht wirklich vorhandene Form und so kam es bei Km 102,5 zu einem schönen Krampf im linken hinteren Oberschenkel, der mich zum Anhalten zwang. Gott sei Dank konnte ich ihn rausdehnen und die letzten 10 Km fröhlich nach Hause pedalieren.

Im Zeichen des Giro

Im Zeichen des Giro

Bis zum Krampf war ich schon einige Zeit unterwegs. Los ging es in Gerresheim mit dem Anstieg Dernbuschweg. Diesen nahm ich ohne Druck und rollte im Anschluß über Knittkuhl runter nach Ratingen. In Ratingen bog ich ab in die Brückstraße, die mich hinunter ins Angerbachtal brachte, um mich anschließend im schattenspendenden Wald hoch nach Eggerscheidt zu bringen. Der Hölenderweg ist nicht sonderlich steil, hat aber die Eigenart zum Ende hin immer steiler zu werden, was man schon frühzeitig sehen kann 😉 Durch den Kreisel am Krummenweg ging es weiter durch die Felder am Schloß Linnep. Hier in den Felder merkte ich, daß der Wind nicht immer mein Freund sein würde. Er bließ recht ordentlich, natürlich aus der falschen Richtung. Der Kringel durch die Felder endete mit der Abfahrt am Esel, wodurch ich das erste Mal das Ruhrtal erreichte. In Kettwig verließ ich das Tal bereits wieder. Es folgte der ruppige Einstieg in den Niederbergbahn Panorama Radweg. Hier hatte ich kurzzeitig das erste Mal zweistellige Prozentzahlen im Anstieg zu verzeichnen. Ich drückte das kurze Stück einfach weg, verschoß aber auch ein paar Körner. Bis nach Velbert liegt die Steigung des Radweges fast durchgängig bei 2%, was sich ganz locker pedalierend abspulen lässt. Es war erstaunlich viel los, Radfahrer, Skater, Jogger und Rollerskifahrer…… Nach 41 Km verließ ich den Radweg wieder. Es folgte die Abfahrt über die Hefeler Straße und den Hefel ins Hespertal. Dieses hätte mich auf direktem Wege zum Haus Scheppen führen können, wollte ich aber nicht. Der nächste Anstieg wartete auf mich. Im Tannenbusch zeigte mir meine Schwäche recht deutlich. 2stellige Prozentzahlen über einen längeren Abschnitt hatte ich nun wirklich schon ein paar Jahre nicht mehr. Das merkte ich hier recht deutlich. Trotzdem drückte ich mit 34×19 den Berg weg und jagte über die B224 und die Hammer Straße zurück ins Hespertal und weiter zum Hs Scheppen.

Hs Scheppen Standard

Hs Scheppen Standard

Hier gönnte ich mir nach 53 km ein Gel mit Cola und machte mich nach wenigen Minuten wieder auf den Weg. Zunächst am See entlang in Richtung Kupferdreh. Von hier wollte ich über den Bergrücken auf die andere Seite zur Ruhr, um dann kurz vor Hattingen noch einmal über den Bergrücken zurück nach Nierenhof zu wechseln. Beide Anstiege waren mir unbekannt. Zum Glück 😉 Bereits in Kupferdreh stieg die Straße mit 9 % an, um dann nach dem Abzweig Richtung Niederwenigern auf 11 bis 12 % zu erhöhen und einige Zeit beizubehalten. Mein Stolz (eigentlich total blöd) ließ es wieder bei 34×19 😦 Ich stakste das Ding hinauf, während mir von oben die Sonne ein wenig einheizte. Was war ich fertig als es runter zur Ruhr ging. Hier schmiedete ich bereits den Plan, wo ich mein nächstes Päuschen einlegen sollte (wurde aber von mir dummerweise verworfen). Schon ging es rechts wieder weg von der Ruhr. Der Balkhauser Weg war nicht ganz so ruppig, aber die 8 Prozent nagten weiter an meiner Schwäche. Vor mir kurbelten zwei E-Bikes fröhlich lachend den Berg hinauf, während ich innerlich ein wenig fluchte. Auf den anderen Seite ging es runter nach Nierenhof. Aber nur kurz. Es sollte über das Wodantal, vorbei an der Gemüseescheune ins Felderbachtal gehen. Ein kleine Schleife mit Berg natürlich, nur um ein paar Meter weiter wieder in Nierenhof auszukommen 😉 Über den Radweg im Wodantal kurbelte ich locker bis zum Abzweig zur Scheune. Das kurze steilere Stück machte keine Probleme und schon war ich über das Felderbachtal wieder in Nierenhof. Die Sonne tat ihr Bestes und bei mir ging die Kurve so langsam in ie falsche Richtung. Ein weiteres Gel und ordentlich Flüssigkeit sollte mich über Langenberg nach Neviges bringen. Der geplante Stop entfiel und ich kurbelte die Bogenstraße hinauf. Diese ging mir schon mal deutlicher lockerer von der Hand 😉 Aber oben erwartete mich wieder der Niederbergbahn Panorama Radweg und somit eine schöne Bank mit geiler Aussicht. Für das angedachte Foto war ich irgendwie zu faul (oder zu schlapp). Noch mal ordentlich Flüssigkeit aufnehmen und nach einem kurzen Schwätzchen machte ich mich auf die letzten Km, wo aber auch noch ein paar Wellen auf mich warteten.

Trotz des Missgschickes in Metzkausen erreichte in Gerresheim wohlbehalten nach 112,89 Km wieder. Körperlich war ich ziemlich angeknockt. 1202 Hm hatte ich längere Zeit nicht mehr unter die Pneus genommen. Schnitt 24,7 entsprach nicht ganz meinen Vorstellungen. Mehr war aber definitiv nicht drin. Der Puls 143 mit einer Fahrzeit von 4:34:11 h runden die Daten ab. >Garminlink<