Meinweg & Brachter Wald
Gestern stand eine erste „echte“ geplante Grvl Tour in einer anderen Region an. Zwar machten mir die Verkehrsnachrichten im morgendlichem Radio einen Strich durch die Rechnung, weil auf der Strecke zum Startort ein Unfall für eine Verzögerung von 1 h geführt hätte. Also wurde kurzerhand umgeplant und eine andere Region angefahren.
So rollte ich mit dem Töff in Richtung Rheindahlen. Dort hatte ich mir einen Parkplatz als Startort ausgewählt, der auch problemlos gefunden wurde. Claudio ausgeladen, Klamotten angezogen und den Edge startklar gemacht. Die Tour in mir unbekannte Regionen konnte starten.
Ich verliess Rheindahlen zunächst in Richtung Broich und weiter gen Rickelrath. Die ersten Km waren komplett Asphalt und somit ideal zum einrollen. Das sollte sich später ändern. Nach knapp 8 Km begann hinter Schwaam der erste Schotterabschnitt. Im weiteren Verlauf wurde es entlang der Schwalm ein erster Singletrail. Hier merkte ich erstmalig, das technische Abschnitte sogar nicht meins sind. Unsicherheit macht sich im Kopf breit, gepaart mit Angst voreinem erneuten Sturz 😦 Bei Km 11,5 km änderte sich der Untergrund wieder und ich atmete ein wenig auf.



Nach ein paar Km über Wirtschaftswege bog ich wieder in den Wald ab. Jetzt folgten immer wieder tiefe sandige Wege. Sehr fordernd und ohne Kraft nicht machbar. Hier merkte ich, dass meine Skills im Sand nahe null verlaufen. Aber es half ja alles nix. Ich musste weiter. Es gab kein zurück, zumal ich ja auch nicht wirklich wusste, wo ich mich befand. Ich schlug mich irgendwie durch. Dabei merkte ich aber auch, dass durch das verkrampfte Halten des Lenkers der Ellbogen hin wieder aufmuckte. Das hakte ich aber unter dem Motto „kontrolliertes Training“ ab 😉
Es ging einfach abwechslungsreich weiter. Immer wechselnder Untergrund in einer schönen Gegend. Mittlerweile befand ich mich seit geraumer Zeit in den Niederlanden. Hier in der Region Meinweg ist auch das Waldgebiet mit diversen Radwegen durchzogen. Echt irre. Da könnte man wirklich einige Km abspulen. Ich hielt mich aber an meine Route auf dem Edge und folgte ihr mitten durch die Wälder. Ein umgestürzter Baum zwang mich zu einer kleinen Klettereinheit, ehe es auf sandigem Untergrund weiter ging. Nach 38 Km überquerte ich die A52 kurz vor Roermond und tauchte wieder in den Wald ab. Dort umkurvte ich eine tiefe Sandgrube und näherte mich wieder der Swalm. Bei Km 42 lud eine Bank zum Verpflegungsstop ein. 2 x Gel und ein ordentlicher Schluck aus den Pullen waren aber auch dringend erforderlich.



5 Km später erreichte ich das Naturschutzgebiet Brachter Wald. Umgeben von einem Zaum war der Zutritt durch ein großes Drehkreuz samt Rad aber kein Problem. Das Gebiet wurde bis 1996 als Munitionsdepot der Britischen Rheinarmee genutzt. Es wurden bis zu 45000 Tonnen Munition in ca. 200 Hallen gelagert. Dazu gab es 4 Verladebahnhöfe, 15 km Schienennetz, sowie 88 Km Wege. Heute finden sich dort wieder Sanddünen und Heidelandschaft. Eine Moorschnuckenherde, sowie Damhirsche, Koniks und Gallowayrinder sind für die Pflege der Natur verantwortlich 🙂



Ich cruiste mal im Naturpark, mal ausserhalb durch die tolle Landschaft. Ein echter Spaß. Schlußendlich verliess ich bei KM 63 den Park vollends wieder. Brüggen umkurvte ich am Nordrand und ab ging es wieder in den Wald. Überkleine Pfade erreichte ich den Borner und später den Hariksee. Am Südrand von Waldniel überquerte ich erneut die A52. Mittlerweile war ich schon etwas müde und auch die Pullen war fast leer. Knapp 78 Km lagen hinter mir und knapp 12 noch vor mir. Der Lüttelforst war noch mal sehr abwechslungsreich und am Übungsgelände der Landespolizei NRW hatte mich der Asphalt wieder. Rheindahlen war bereits in Sicht und eine Tankstelle sorgte für ordentlich Flüssigkeit und ein paar Süßigkeiten 🙂 1 Km später hatte mich der Parkplatz wieder und fast 90 Km mit über 500 Hm lagen hinter mir. Der Edge spuckte mir 56 Km unbefestigte Wege aus. Da diese teilweise für mich recht anspruchsvoll waren, erklärt sich die lange Fahrzeit von 04:17 h fast von alleine. >Meinweg & Brachter Wald<
Als Fazit bleibt festzuhalten -> Mein Arm braucht noch Zeit, meine Sandskills sind schlecht, der Spaß bleibt !!