Niederrhein Grvl
Gestern stand der Niederrhein Grvl auf dem Programm. Eines vorweg –> es war großartig !
Bis gestern standen in den letzten Wochen noch einige Ausfahrten auf dem Programm. Die Vorbereitung lief alles andere als optimal. Immer wieder meldete sich der Ellbogen, um mir klar zu machen, es dauert noch eine Zeit lang, bis alles wieder normal ist. Dennoch konnte ich Trainingsfahrten verschiedenster Art abspulen. Kurze, mittellange und auch ein Granfondo ließen ein wenig Zuversicht aufkommen, dass ich zumindest so etwas wie eine Form an den Start bringen könnte. Zwar wurde die Vorbereitung auf den NRG noch einmal durch eine Urlaubswoche in Mittenwald unterbrochen. Aber gerade nach dem Besuch bei Brigitte, Reinhold, Axel, Tanja, Margit, Claudio & Co war zumindest der innere Stresslevel nach einer gefühlten Ewigkeit mal wieder auf 0 🙂
Somit ging es in dieser Woche noch zweimal mit Claudio auf als Tour. Die finale Vorbereitungsrunde des Zweierblocks ging mal wieder in den Chorbusch mit knapp 80 Km.
Ob das wirklich für den NRG reichen würde?
Je näher der Tag kam, desto unsicherer wurde ich. Aber auch das kannte ich bereits von diversen Veranstaltungen 😉










Nun stand ich am Landhaus Beckmann in Kalkar am Start. Die Atmosphäre war extrem chillig. Irgendwie war alles sehr entspannt, was meinem Nervenkostüm sehr gut tat. Mein Plan stand fest: Langsam starten und erst mal schauen, wie sich so eine Grvl Tour mit vielen Teilnehmern entwickelt. Schließlich war es meine erste Teilnahme an einem solchen Event. Nach dem Start rollte ich erstmal defensiv los. Es ging zunächst eine Zeit lang über Asphalt, was das einsortieren in den Pulk deutlich vereinfachte. Auf den ersten Grvl/Wiesenpassagen hielt ich meine defensive Fahrweise bei, als ich plötzlich feststellte: der Powemeter funktionerte nicht (am Start zu früh eingeschaltet 😦 ) Nach einer an einer Straßenquerung bedingten Pause nahm er aber glücklicherweise seinen Dienst auf und ich meinen mir auf erlegten Rhythmus. Das Feld war längst gesplittet und so spulte ich meinen Stiefel runter. Im Schlepptau einige Mitstreiter, die mein Tempo wohl recht angenehm fanden. Zum Bilder machen auf der Strecke blieb somit keine Zeit, was eigentlich sehr schade war, denn sie war wirklich ein Träumchen. Eine tolle Mischung aus Asphalt, Feld, Wiesen & Waldwegen. Meine Sorge über viel Sand oder sonstigen, für mich nicht fahrbaren Abschnitten entpuppte sich als unbegründet.






So rollte unser Grüppchen wie ein Uhrwerk durch die unterschiedlichsten Landschaften. Bussi häufig vorne weg, aber immer mit Blick auf den Garmin. Hindernisse und Richtungsänderungen zeigte ich frühzeitig an (meistens 😉 ), um alle sicher über die Strecke zu führen. Schließlich habe ich als erster einer Gruppe irgendwie die Verantwortung für die Mitfahrer. So habe ich es vor 39 Jahren bei den diversen RTF`s gelernt und so pflege ich es auch heute noch. Nach 62,5 km erreichten wir die Verpflegungsstelle am Restaurant De Wellsche Hut. Dort hielt ich kurz Rücksprache mit meinen Mitstreitern über die angedachte Pausenlänge. Das Ergebnis lautete: So lange wie du 😉 Ergo, wir fuhren gemeinsam weiter 🙂


Gesagt getan. Nach Banane, Elektrolyt-Bier !!, Salzgebäck und zwei Gels setzte sich der kleine Tross wieder in Bewegung. Das Prozedere blieb gleich. Bussi als Zugmaschine, Sina, Frank, Fabia & Co hintendran. Immer wieder sorgte die Strecke auf unterschiedlichste Weise für Wow-Effekte. Ich für meinen Teil beschloss, irgendwann das Ding noch einmal zu fahren. Nur um auch mal das ein oder andere Foto zu machen und die Strecke nochmals wirken zu lassen.
Auch wenn ich mich wiederhole: Die Strecke war der Hammer.






So rollten wir wieder gemeinsam dem Ziel entgegen. Ich war erstaunt, wie gut es bei mir lief. Zum Glück hatte ich mich auch an meinen Verpflegungsplan gehalten, was ich ja bei solchen Veranstaltungen gerne schon mal vergesse. 6 meiner 8 Gels habe ich tatsächlich zu mir genommen und auch immer wieder Flüssigkeit nachgeschüttet. Tempotechnisch lag ich deutlich vor meiner angedachten Zeit, was aber auch mit meinen Mitstreitern zu tun hatte. Es machte unheimlich viel Spaß die Truppe durch die Gegend zu führen. Ich war voll in meinem Element. Die letzten Km verliefen zwar etwas zäher, aber so kam wie es kommen musste. Nach 4:17 h und 108 Km überquerten wir rundum zufrieden die Ziellinie. Nach dem Gruppenfoto hockten wir noch eine Weile zusammen, tranken, futterten und waren uns alle einig im nächsten Jahr hier wieder (vielleicht gemeinsam ?!) am Start zu stehen 🙂 ->Niederrhein Grvl<



Danke an alle Mitstreiter für die wundervolle Tour